Der Stutenstamm von Fabrice und Fannie Mae und seine Ursprünge
Wo fängt man an wenn man einen Stutenstamm definiert?
Welches Pferd bezeichnet man letztendlich als "Gründerstute" eines Stammes?
Feodora und der Frühling
Als ich Fabrice und Fannie damals kaufte hatte ich stets ihre Mutter Feodora vor
Augen, eine Stute, die man nicht anders als "imposant" bezeichnen kann.
Feodora war solange ich sie kannte Zuchtstute im Hause Storms und ist nie geritten
worden - über sportliche Eigenleistung verfügt sie also nicht, und doch ist
diese imposante Tochter des Frühlingsball für mich gedanklich stets die
"Stammstute" meiner kleinen Fidermarkschen Zucht gewesen. Nachzucht aus Feodora,
insbesondere springbetont und noch aus der Zeit bevor sie fünf Fohlen von
Fidermark brachte, gab es durchaus. Zu Turnieren fuhr man meist in das
benachbarte Holland, wie ich Herrn Storms selber noch anlässlich der Vorstellung
eines seiner jungen Pferde dorthin begleitet habe. Diese Pferde und deren
Erfolge sind bei der deutschen FN und auch im Jahrbuch Zucht nicht erfasst. Und
doch sind sie existent.
Aktuell führt Feodora (inzwischen in anderem Besitz) ein Hengstfohlen von San
Amour.
Als Tochter des eher als Springpferdemachers bekannten
Frühlingsball schätze ich besonders die offensichtliche Doppelveranlagung
der Feodora, oder, um es etwas anspruchsvoller auszudrücken:
Die Qualität eines guten Stutenstammes definiert sich in allererster Linie
dadurch, dass erfolgreiche Pferde für beide Disziplinen daraus hervorgehen oder
hervorgegangen sind. Lediglich die gerade heute sehr zur Spezialisierung
neigende Ausprägung der modernen Sportpferdezucht bringt es mit sich, dass
wertvolle Gene erwiesener Doppelorientierung häufig einseitig verschlissen
werden. Doch gerade die für Dressurpferde so nötig Kraft aus und über das
Hinterbein wird oft am sichersten über Springgene vererbt. Wenn es sich dann
noch um Springgene handelt, die durchaus doppelorientiert veranlagt sind, dann
hat man eigentlich alles richtig gemacht.

Frühlingsball*1970 von Frühling x Radetzky
Auf den 1970 geborenen Frühlingsball von Frühling x Radetzky, letzterer noch ein
direkter Sohn des legendären Gründerhengstes Ramzes, trifft dies durchaus zu.
Auf der linken Seite der Staatsprämienstute Rivalin (Mutter des Frühlingsball)
fliesst über Drall das Blut des als "ausgezeichnet" beschriebenen Celler Landbeschälers Dömitz I.
Im Alter von 17 Jahren war Frühlingsball 1986 der erfolgreichste der zahlreichen
gekörten Söhne des Frühling und führte die Gewinnsummenstatistik aller
westfälischen Hengste mit über 600.000 DM an. Seinen Vater Frühling darf man
wohl als Linienbegründer, wenn nicht sogar Stempelhengst im Westfalen der
siebziger Jahre bezeichnen. Er war ganz sicher einer derer, die Westfalen
seinerzeit den Weg in ein eigenständiges Zuchtgebiet bereitete und es eben nicht
mehr nur als "Nachzuchtgebiet Hannovers" dastehen liess. Ein Status Quo, der in
den letzten zwanzig Jahren leider wieder gänzlich verloren ging.
Als ich kürzlich las, dass Westfalen zu der Zeit sogar die Weltranglisten der
Zucht anführte habe ich Bauklötze gestaunt. Was ist da bloss alles verloren
gegangen...
Ganz sicher ist die Linie des Frühlings und der Verlust
derselben im Mannesstamm der heutigen westfälischen Pferdezucht mit am lautesten und
bittersten zu beklagen ist. Wer denkt nicht gleich an den herrlich aufgemachten
Goldfuchs Frühlingstraum II, dessen Nachkommen in den siebziger Jahren die
Dressur und Springplätze beherrschten?
Ich erinnere mich noch gut an meine
eigene Reitschulzeit und die Prominenz dieser imposanten Goldfüchse in unserem
Stall die allesamt neben der Farbe eines gemeinsam hatten: das "F" als
Anfangsbuchstaben... Und bestaunen musste man diese Pferd unter dem Sattel
sowohl ob ihres gewaltigen Trabes und der imposanten Grundgangarten, die zu
erleben ich damals im Sattel unserer Schulpferde nur träumen konnte, als auch
ob ihres ebenso gewaltigen Sprungvermögens - Norbert Koofs Weltmeister Fire von
Frühlingstraum II sei hier nur stellvertretend genannt. Ab und an hatte ich das
grosse Glück mal in den Sattel eines dieser Frühlingsträume steigen zu dürfen
und das war dann immer das Grösste für mich - so ein Pferd wollte ich auch einmal
haben!
Dann kam irgendwann der Tag, als in unserer Heimatzeitung "Die Glocke" eine
Hengstschau in Wadersloh angekündigt wurde. Ich hatte zwar keinerlei Vorstellung
davon, um was es dabei eigentlich ging, war aber gleichwohl höchst begeistert
als meine Eltern sich überreden liessen mit mir dorthin zu fahren und mein Vater
sogar ganze drei Fotos von den drei dort vorgestellten Hengsten schoss -
fotografieren war damals ein nicht ganz so selbstverständliches Vergnügen wie
heute und die Filme in Väterchens hochheiligem Fotoapparat lagen manches Mal bis
weit über das empfohlene Haltbarkeitsdatum hinaus dort drin... Die inzwischen
leicht verblichenen Aufnahmen von den drei dort vorgestellten Hengsten Pascal,
Weltruf und Frühlingstraum II zählen noch heute zu den Schmuckstücken und
schönsten Erinnerungen an meine damalige, noch arg in den Kinderschuhen
steckende Begeisterung für die Pferdezucht und dieses eine Foto des
Frühlingstraum II ist zweifelsohne das am meisten abgegriffene der drei
Bilder...
Als ich Fabrice dann 1998 auf der Fohlenschau in Heinsberg für mich entdeckte
war spätestens nach dem Blick ins Pedigree und der Assoziation mit meinem
ureigensten westfälischen Frühling klar, dass ich diese Tochter des Fidermark
mit eben dieser mütterlichen Abstammung unbedingt haben wollte. Im Nachhinein
eine sehr weise Entscheidung von deren weiterführenden Ausmassen auf mein
späteres züchterisches Unternehmen ich damals allerdings noch nicht die geringste
Vorstellung hatte. Dominiert wurden die rheinländischen Fohlenschauen des
Fidermark damals eher vom Blut des Worldchamp auf der Mutterseite und
rückblickend muss ich sagen, dass mir gerade heute das Erbe des westfälischen
Frühlings insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Werthaltigkeit
konsolidierter Leistungsgene doch deutlich wertvoller erscheint. Dessen bewusst war
ich mir damals aber ganz sicher nicht
.
Der weiterführende Stutenstamm der Feodora
Feodora a.d. Rebecca von Romanow a.d. Mira von Martinez a.d. Wienerin von
Weissgold a.d. Duelljuwel von Duellant a.d. Fockfee von Fokker.
Den weiterführenden Stutenstamm der Feodora zu ergründen hat mich stets gereizt.
Aber wie und wo fängt man an?
Hätte ich damals, als ich des öfteren zu Gast im Hause Storms war, bereits gewusst
wie intensiv ich mich durch den Kauf von Fabrice später einmal mit der
Pferdezucht beschäftige, ich hätte sicher besser zugehört und aufgepasst als
der alte Herr Storms von Leidenschaft beseelt von seiner eigenen kleinen
Pferdezucht und ihren Erfolgen erzählte. Und ganz sicher hätte ich auch mal
mitgeschrieben wenn er nach der alten Lederbrieftasche griff (spätestens nach
der zweiten gemeinsamen Tasse Kaffee war es immer so weit) und die abgegriffenen
und zum Teil recht zerfledderten Dokumente hervorkramte, die er dort hütete wie
einen Schatz - seinen Schatz eben. Und dann fing er an zu erzählen von diesem und
jenem seiner Pferde und Nachzucht aus dieser oder jener seiner Stuten... Und ich denke
heute noch mit grosser Wehmut daran zurück.
Sehr gefreut habe ich mich daher als sein Sohn mir später einmal schrieb: "...
beim surfen fand ich zufällig diese Seite, die meinem Vater außerordentlich
imponieren würde. Sehr schön! Herzlichen Dank!" - und ja, ich denke auch dass
der alte Herr Storms grosse Freude an der Nachzucht der Fidermarkkinder seiner
Feodora gehabt hätte und es tut mir herzlich leid, dass ich das nicht mehr mit
ihm teilen kann.
Heutzutage leistet das Internet wertvolle Hilfe bei der Recherche, hier
insbesondere die Seite Paardenfokken. Gewiss bietet die Seite auch keinen
Anspruch auf Vollständigkeit, doch insbesondere unter weiterer zu Hilfenahme des
Jahrbuch Zucht lässt sich die Korrektheit der aufgeführten Pferde und
Abstammungen gut nachvollziehen. Mitunter staunt man, was man dort so alles
findet - und ganz nebenbei lernt man noch ein wenig "ausländisch" dabei...
Der
Stutenstamm von Fabrice, Fannie Mae und Fair Play findet seinen Ursprung im
hannoverschen und ist so unbekannt nicht. Bekanntester Vertreter dieses Stammes
dürfte Riccione sein, dessen im hannoverschen verbliebener Zweig noch heute im
Hause Ehlers in Freiburg an der Elbe gepflegt wird. Neben zahlreichen
Sportpferden entspringen diesem Stamm u.a. auch die gekörten Hengste
Bogenschütze von Bolero, Wonderful von Weltmeyer und Marmor von Marcio, allesamt
aus der Zucht des Hauses Ehlers.
Es handelt sich um den Stamm Nr. 367 nach Schridde, der diesem bis zur
Drucklegung des "Band II - Hannoversche Dynastien" im Jahr 2000 insgesamt 12
gekörte Hengste zuweist (laut Paardenfokken sind es sogar sechzehn gekörte
Hengste):
Aga Khan v. Argus a.d. Duellgirl
Arrak v. Argus a.d. Ferngirl
Bogenschütze v. Bolero a.d. Wendolina
Donnerfürst v. Donnerschlag a.d. Tara
Faktor v. Fokker a.d. Fega
Jurawind v. Juragold a.d. Abendi
Landadel v. Landgraf a.d. Grey Lady (nicht zu verwechseln mit dem in Oldbg.
wirkenden Landadel Mv Farnese)
Marmor v. Marcio xx a.d. Duelljuwel
Riccione v. Reggazoni/T.
Romantiko v. Ritual a.d. Ambiente
Tropical v. Traumdeuter/T.
Wonderful von Weltmeyer a.d. Bonny.
Ich beschränke mich in der Rückführung des Stammes auf die letzten sechzig Jahre
weil hier mit Auftauchen des Stempelhengstes Duellant wohl der grösste
Wiedererkennungswert für die gegenwärtige Sportpferdezucht liegt.
Der "neuzeitliche" Stamm geht zurück auf die 1943 geborene Staatsprämienstute Fockfee von
Focker, Vollschwester des gekörten Hengstes Faktor.
In Anpaarung mit Duellant brachte Fockfee in den Jahren 1954 und 1955 die beiden
Vollschwestern Duellgirl und Duelljuwel.
Herrlich nachzulesen bei Werner Schockemöhle "Die grossen Hengste Hannovers"
sind die Aufzeichnungen zu Duellant, den er als den besten Sohn des
stichelhaarigen Fuchses Dolman bezeichnet ".. wenn auch heute die 'braune' Linie
des Dolman über Dollart-Dömitz-Dominik-DonCarlos zunehmend auf der züchterischen
Szene Platz ergreift...". Der selbe Dömitz übrigens, der sich im Papier des o.g.
Radetzky wiederfindet.
"Die Bedeutung des Duellant offenbarte sich erst richtig wenn er sich in
Bewegung setzte. Seine Grundgangarten waren überdurchschnittlich, seine
Trabbewegung überragend mit viel Raumgriff und Taktsicherheit. Typisch für die
Dolman-Nachkommen, mehr noch für die Füchse als für die Braunen."
Und ich freue mich immer wieder wenn ich in den Zuchtwertschätzungen anerkannter
Hippologen gewisse Leistungsmerkmale eben doch an Farbmerkmale gekoppelt finde -
es muss einfach mehr daran sein als nur subjektives Empfinden, wenn auch
empirische Studien oft das Gegenteil behaupten.
Und was die Farbmerkmale betrifft: das o.g. Stichelhaar des Linienbegründers
Dolman kennzeichnet auch Feodora aufs deutlichste - und wenn man Fannie etwas
genauer auf den dicken Bauch schaut, dann ist auch sie deutlich Stichelhaar
geprägt... Und ich bin überzeugt davon, dass die Verbindung von Farb- und
Leistungsgenen ganz sicher ihre Bedeutung hat.
"Der Landstallmeister Dr. Lehmann lobt die Vorzüge dieser Linie wegen ihrer
hohen Rittigkeit." Insgesamt neun direkte Duellantnachkommen standen damals u.a.
im Landgestüt in Warendorf. "Von 137 Hauptbuchstuten sind 62 mit einer
Staatsprämie ausgezeichnet worden; ein wohl einmaliges Ergebnis. Von seinen
Töchtern wurden insgesamt sechs auf DLG Schauen ausgestellt, Duellgirl war die
erfolgreichste. Sie erzielte auf der DLG-Ausstellung 1960 einen 1a Siegerpreis als
beste Warmblutstute. Duellant war zu seiner Zeit der bekannteste Hengst des
Celler Landgestütes."
Mit Duellgirl und Duelljuwel teilt sich der Stamm auf, schön anzusehen auf
dieser
graphischen Darstellung.
In Anpaarung mit dem Vollblüter Marcio xx brachte Duelljuwel den gekörten Hengst
Marmor, zu dem bei Schockemöhle zu lesen ist:
"Der 1962 von Hans Ehlers gezogene braune Marmor aus der Staatsprämienstute
Duelljuwel war 1965 Leistungssieger und hat neben guten Zuchtstuten (zehn StPrSt)
auch beachtliche Sportpferde gemacht, die vornehmlich springen (!) konnten.
Marmor hat Zeit seines Lebens in Ihlienworth gestanden wo er passendes
Leistungsblut vorgefunden hat. Leider ist er bereits 1977 eingegangen. Seine
Kinder haben im Sport bereits DM 121.000 gewonnen. (Das Buch stammt aus den
frühen achtziger Jahren, damals waren solche Gewinnsummen durchaus
bemerkenswert). Sie werden von der Reiterschaft geschätzt wegen ihrer Leistungsbereitschaft und ihrer guten
Handlichkeit."
In weiterer Anpaarung mit Weissgold brachte Duelljuwel 1960 die Stute Wienerin.
Als ich kürzlich Heini Ehlers traf nahm ich mir ein Herz und sprach ihn an - ob
er mir denn bitte weiterhelfen könne bei der Recherche nach "meinem" Stutenstamm
aus seinem Hause - ? Er konnte! Die Erwähnung der beiden Vollschwestern
Duellgirl und Duelljuwel zauberte ein breites Lächeln in sein Gesicht, an die
beiden kann er sich natürlich noch gut erinnern. Die Stute Wienerin a.d.
Duelljuwel kam noch im Hause Ehlers in Freiburg zur Welt und wurde als Fohlen
verkauft und zwar an niemanden geringeres als Willi Schultheiss. Hier verliert
sich dann die Spur der Wienerin zunächst,
die ganz offensichtlich zur "Stammstute" im Hause Storms im Rheinland wurde,
denn Wienerins Tochter Mira von Martinez wurde bereits von Johannes Storms in
Heinsberg gezogen. Martinez war ein Sohn des Vollblüters Maigraf xx, der
wiederum ein Halbbruder zu dem bekannteren Marcio xx war, beide aus der Mainkur xx
gezogen.
Hier spaltet der Stamm sich also auf in seine beiden Teile, von denen der eine
im hannoverschen Kehdinger Land seine Wurzeln behielt und von dort aus weiter
verzweigte, der andere ins rheinische "Ausland" abwanderte und dort naturgegeben
nicht so dicht besetzt ist wie das in der Kehdinger Heimat noch heute der Fall
ist.
Mira wurde mit dem in Würselen bei den Gebrüdern Rueben stationierten Romanow,
einem Sohn des Romadour II, angepaart, hieraus fiel das Stutfohlen Rebecca. Zu
Romanow ist bei Heck/Caspar "Erfolgreiche Deckhengste in Deutschland"
nachzulesen:
"Besonders beeindruckend an diesem Hengst ist die kurze Röhre des Vorderbeines,
Ausweis für ausgezeichnete Gangmechanik und eine sehr gute Technik am Sprung."
An diesen Absatz hab ich damals, als ich das Buch erstmals in den Händen hatte,
ein grosses Fragezeichen gemalt - heute muss ich schmunzeln wenn ich dieses
Fragezeichen sehe, verkörpert meine Zuchtphilosophie doch inzwischen ganz und
gar das Gegenteil von hoch- und langbeinig, und es hat seinen
guten Grund. Heute würde ich also wohl ein dickes
Ausrufezeichen an diese Stelle malen und lese gern weiter, wenn es in dem in
Frage stehenden Text weiter heisst:
"Dies ist sicher auch mit ein Erbteil seiner Mutter Fanfare, die bei einer für
eine Stute selten gemessene Röhrbeinstärke von 22 cm sehr korrekt im
Bewegungsablauf ist. Fanfare stammt von Cyrus-Cyklon-Helikon (Trakehner also),
einer Linie, von der man in der Zucht sicherlich noch mehr hätte erwarten
können, wenn sie nur stärker genutzt worden wäre. Romanow ist im Rheinland stark
gefragt und lässt in seinen Kindern den Grossvater (Romadour II) gut erkennen.
Über dieses hinaus ist eine ausgezeichnete Springveranlagung bei den Nachkommen
dieses Hengstes festzustellen. Bis Ende der achtziger Jahre wurden rund 80
Stuten in das Hauptbuch eingetragen, davon wurden gut ein Drittel mit der
Staatsprämie ausgezeichnet."
Über Romanow sind wir dann beim "doppelten Romadour" im Papier von Fabrice und
Fannie Mae angelangt (Fidermark führt über die Florestanmutter Raute ebenfalls
das Blut des Romadour) und das bringt mich schnurstracks zurück zu der stets gepflegten Aussage
meines lieben Freundes Tony, der nie müde wird zu betonen:
"du musst auf Ramzes inziehen!
dieses R kannst du einfach nicht oft genug in deinen Pedigrees haben!
und deine beiden Fidermarks sind einfach prädestiniert dafür!"
Recht hat er, und Feodora führt über die Frühlingsballmutter Rivalin selbst noch
den direkten Ramzes im Papier, so dass für ihre Töchter von Fidermark gar der
Anspruch an den dreifachen Ramzes gilt, wenn auch recht weit hinten im Pedigree.
Der dreifache Ramzes allerdings und sein Einfluss auf meine kleine Zucht soll
Thema an anderer Stelle sein.
Mit Mira und ihrer Tochter Rebecca, die dann in Anpaarung mit Frühlingsball
eben jene Feodora brachte, der dieses Kapitel gewidmet ist, sind wir also im
Nirwana der Stormschen Lederbrieftasche und mit ihr den nicht nachvollziehbaren
Aufzeichnungen über weitere Nachzucht und deren Verbleib aus diesen beiden
Stuten angekommen.
Der Stamm der Feodora gewinnt laut Paardenfokken erst wieder an Breite mit ihrer
eigenen Nachkommenschaft, hier im wesentlichen über ihre Töchter von Fidermark,
wenn ich auch selber noch von weiterer Nachzucht der Feodora mündlich
überliefert weiss. U.a. sei hier ein Sohn des Pit (von Pilot x Frühlingstraum
II) namens Peter Pan genannt, der zu Zeiten von Fabricechens Geburt
sporterfolgreich in den Niederlanden im Springen unterwegs war. Desweiteren gab
es Fohlen von Feinsinn und Sandro Bedo, über deren Verbleib mir aber auch nichts
bekannt ist, sowie das aktuelle Hengstfohlen von San Amour.
Die verstaubten Jahrbücher aus den neunziger Jahren weisen noch
sporterfolgreiche Nachkommen der Rebecca aus Anpaarung mit Dalheim aus, wie auch
Nachkommen des Rex Fritz a.d. Raissa von Romanow, einer Tochter der Walküre von
Waldfried, diese wiederum eine Tochter der o.g. Wienerin von Weissgold.
Was mir gefällt ist die offensichtliche Verzweigung des Stammes auch über
springbetonte Anpaarungen, habe ich mit der Anpaarung von Fabrice an Quattro
doch nichts anderes im Sinn gehabt, wenn auch nicht in der Absicht Springpferde zu
züchten, sondern um in der gewünschten Dressurausprägung die nötige Kraft aus
dem Hinterbein zu erhalten und verbessern. In jedem Falle aber gilt:
"Die Qualität eines guten Stutenstammes definiert sich in allererster Linie
dadurch, dass erfolgreiche Pferde für beide Disziplinen daraus hervorgehen oder
hervorgegangen sind."
Bleibt zu hoffen dass dies für den Stamm der Feodora auch künftig der Fall sein
wird.