Fannie Mae * 3. Juli 2003
Züchter:
Franz Storms, Waldfeucht
Fidelio Hann.*78
Florestan Rheinl. *86
Raute Rheinl. *79
Fidermark
Westf. *92
Werther Hann. *73
Watonga Hann. * 85
Elfe Hann. *81
Frühling Westf. *60
Frühlingsball Westf. *70
Rivalin Westf. *65
Feodora Rheinl. *91
Romanow Westf. *76
Rebecca Rheinl. *80
Mira Rheinl. *76
neu: eine kurze Bewegungsstudie von Fannie Mae
Eigenleistung:
Prämienfohlen Fohlenschau Heinsberg, Juli 2003 - Silbermedaille
SLP Telgte, 13. Juni 2006 - Platz 2, Wertnote 7,97
Einzelnoten: Trab 8,0 Galopp 8,5 Schritt 7,5 Rittigkeit Richter 8,0
Rittigkeit Fremdreiter 8,5 Freispringen 7,5
Mutterstamm:
die Mutter Feodora brachte in Anpaarung mit Pit von Pilot den in Holland
erfolgreichen Peter Pan (Springen)
Fannie Mae ist die fünfte von 5 Vollgeschwistern von Fidermark, die alle mit der
Fohlenprämie ausgezeichnet wurden, darunter Auktionsfohlen
Vollbruder
Fair Play*2002 Rheinischer Reitpferdechampion 2005
Vollschwester Fabrice*1998 SLP Telgte Platz 1,
Wertnote 8,39
Einzelnoten: Trab 8,5 Galopp 8,5 Schritt 8,0 Rittigkeit Richter 9,0
Rittigkeit Fremdreiter 8,5 Freispringen 8,0
Nachzucht:
1.
Februar 2007 Hengstfohlen von Sir Donnerhall
- "Sansibar" (Prämienfohlen
Hauptbrenntermin Vechta und zugelassen zur Oldenburger
Auktion)
11. April 2008 - Stutfohlen von Sir Donnerhall - Sawadee
seit 21. Juli 2008 tragend von Rohdiamant

Fannie Mae ist Fabricechens Vollschwester und die letzte Tochter des
Fidermark aus der Feodora. Als sie wenige Tage alt war hatten Storms mich -
einer kleinen Tradition entsprechend, wie bei Feodoras vorherigen drei
Fidermarkfohlen auch - zum Fohlenbesuch eingeladen. Ich war begeistert von dem
kleinen Energiebündel mit grosser Bewegung und runder Galoppade. Fannie Mae
stand ursprünglich gar nicht zum Verkauf und mitnichten brauchte ich noch ein
weiteres Pferd... bis dann eines Tages eine Mail kam von meiner Freundin Martina
aus dem Rheinland die dort auf der Verkaufsschau des Verbandes eine
"quietschbunte Fidermarktocher, ein bunter Flummi mit Gummi wie Fürst Piccolo"
gesehen hatte. und die hatte eine Frühlingsball-Mutter. Da wurde ich dann doch
etwas stutzig - gab es so viele bunte Flummis mit dieser Abstammung? -
es gab sie nicht.
Ich überlegte nicht lange denn die Sache war eigentlich klar: die Vorstellung
dass diese letzte Vollschwester zu Fabrice (Fidermark lebte inzwischen nicht
mehr) in fremde Hände
geriet war nicht wirklich mein Ding. und so nahm die
Geschichte zu meinem dritten Pferd ihren Lauf....
Fannie im November 2003
Meine Freundin
Melanie erklärte sich gern bereit Ende Januar den weiten Weg
des Fohlentransportes in die neue Heimat mit mir zu unternehmen - wusste sie
doch um meine schwachen Nerven und die Sorge was alles so passieren kann
mit einem jungen Wildfang allein unterwegs... und das hatte ich mir alles
bereits in den wüstesten Farben anschaulich ausgemalt - das Nervenbündel am Tage des
Abholens war am Ende ich, Melanie nahm das sachliche Management in die Hand und
ich war eigentlich nur Beifahrer...
Zwei
Jahre lang vergnügen Fannie und ihre Altersgenossin Balice sich auf der Weide in der Herde
mit den anderen Zuchtstuten. Das war übrigens eine nette Geschichte, als der
bunte Vogel und Balice sich sozusagen eigenständig in die Stutenherde integriert
haben:
Ingrid kam eines Tages auf die Wiese und wunderte sich dass der Elektrozaun
zwischen den beiden Jährlingen und dem Rest der Herde verschwunden war - zu
Boden getrampelt, offensichtlich, und Fannie und Balice standen in trauter
Eintracht bei den anderen Stuten und frassen zufrieden vor sich hin. Seit dem
Tag gibt es nur noch eine einzige "grosse" Stutenherde auf dem Hof - und ich
freue mich jedes Mal wenn ich dort hinkomme und sehe wie die beiden Jungspunde
artgerecht unter den alten Stuten im Herdenverband gross werden.
Dennoch sorgt Fannie Mae manches Mal für Aufregung - immer dann
nämlich wenn der Strom nicht schnell genug nach dem Weideauftrieb wieder
zugeschaltet wird - dann kann man davon ausgehen dass der bunte Vogel, kaum dass
man ihr den Rücken dreht - schwupp dich den Weg durch den Zaun aufs benachbarte
Feld sucht. und das reimt sich dann etwa so:
alle Pferd stehen auf der Weide
nur nicht Fannie Mae
denn die steht im Getreide
Seit
24. Februar 2006 ist Fannie nun tragend von Sir Donnerhall - sie hat gleich beim
ersten mal aufgenommen und ich freue mich sehr darüber. Wollen wir also hoffen
dass sie ihren kleinen Sir auch planmässig und wohlbehütet austrägt.
Im April
2006 hat dann der Ernst des Lebens für den bunten Vogel begonnen. Fannie ist
umgezogen zu Familie Farwick zum anreiten und zur Vorbereitung zur
Stutenleistungsprüfung im
Juni. Mir gefällt die Idee dass sie ganz wie ihre grosse Schwester Fabrice ihre
SLP unter Michael Farwick ablegen wird um danach zu Alteposts zurückzukehren und
in aller Ruhe ihr Fohlen auszutragen. Bei Farwicks hat sie schnell Freundschaft
geschlossen mit Fleur, ebenfalls eine Tochter des Fidermark aus einer
Rimini-Mutter, die auch dort auf ihre SLP vorbereitet wird. Und wieder war es
Vater Farwick der mir die grösste Freude bereitet hat als er sagte: "Wenn du die
beiden auf der Weide rumtoben siehst da gehen dir die Augen über und du weisst
gar nicht wo du zuerst hingucken sollst - da bewegt sich die eine besser als die
andere!"
Nur den Titel "Zaunflutscher" hat Fannie inzwischen an Fleur abgetreten: beim
Freispringen ist es Fleur die sich jedes mal einen Spass daraus macht ungeplant
unter der Absperrung in die Reihe zu flitzen und diese dann quasi rückwärts
durchzuspringen. Ich muss jedes mal herzlich lachen wenn ich das sehe und bin
gespannt was sie wohl bei der SLP veranstalten wird...
13.Juni
2006 - Fannie Mae tritt in die Fußsstapfen ihrer grossen Schwester Fabrice und
absolviert ihre Stutenleistungsprüfung mit
Bravour:
Fünf Jahre ist es her dass Fabrice bei Korte in Telgte so fabulös die SLP mit
Traumnoten gewann - irgendwie lag es nah dass Fannie auch hierher sollte - ich
hatte einfach ein gutes Gefühl bei der Vorstellung dass dieser Boden in Telgte
meinen "Fidermärkern" liegen würde und sollte auch diesmal nicht enttäuscht
werden. Fannie hat sich die letzten zehn Wochen bei Farwicks wirklich prima
herausgemacht, die Arbeit unterm Sattel hat ihr gut getan und sie hat richtig
Kurve und Muskulatur bekommen - ein Hingucker unterm Sattel, und Michael ist
immer begeistert von diesem "Vorderpferd"!
Heute war also dann der grosse Tag: Den Auftakt machte wie üblich das
Freispringen, diesmal in der neuen luftigen Halle, und Fannie marschierte los -
ich stand mit der Videokamera dabei und kriegte den Mund nicht mehr zu - weniger
ob des Spektakels an den Sprüngen als vielmehr an der langen Seite gegenüber: da
trabte sie Seite für Seite in einer Manier daher, das war vom allerfeinsten:
Schub, Schwung, Takt und die ganz grosse Mechanik dadrunter - eine Augenweide -
ich musste mich zwingen die Kamera auch auf die Sprünge zu halten. Sie sprang
ordentlich und mit deutlich besserer Manier als Fabricechen das tut und bekam
ihre verdiente 7,5
dafür
- aber mein ganz persönliches Highlight war ganz klar jedesmal die lange Seite
gegenüber ... Später, als Michael sie zum reiten fertig machte, kam jemand aus
dem Team der Springreiter dazu und meinte: Hör mal, diese Stute die du da hast -
die springt ja auch richtig gut!
Michael grinste und ich sagte nur: so - ? worauf der junge Mann mich verwirrt
ansah und meinte:
ja, wieso - meinst du nicht?
ich sag: doch, aber aus dem Mund eines Springreiters ist "richtig gut" doch noch
ein bisschen was anderes, oder?
worauf er dann sagte: na, also bis ich wusste was das für ne Abstammung ist
(merke: Fidermarks können bekanntlich nicht springen :-) dachte ich noch so bei
mir: na, das kann aber mal ein richtiges Springpferd werden!
Die mit dem Grinsen im Gesicht danach war dann ich (und den Makel mit der
Abstammung hab ich ihm gern verziehen).
Danach
gings dann los zum reiten auf den Platz und Fannie marschierte wieder los -
Michael hatte ausdrücklich um Sprungglocken gebeten - im nachhinein war mir dann
klar warum: wer sie nicht sofort von sich aus im Blick hatte wurde spätesten bei
dem magischen "palom-palom" der Sprungglocken in ihre Richtung gezogen - und
liess dann keinen Blick mehr von ihrer Aktion. So ging es wohl auch den
Richtern. Was sie vorher beim Freispringen an der langen Seite gezeigt hatte
zeigte sie jetzt unterm Sattel - mit dem Unterschied dass sie hier auch in eben
solcher Manier daher galoppierte: bergauf und herrlich durchgesprungen mit
rundester Mechanik - einfach schön. Um nicht zu sagen: ich war begeistert... Für
die Galoppade gaben die Richter dann auch eine verdiente 8,5, der Trab wurde mit
8,0 benotet, nur der Schritt war mit 7,5 nach meinem dafürhalten etwas schwach
bewertet - ihr schreiten ist auch unter dem Sattel einfach lehrbuchhaft:
fleissig abfussend, schön durch den Körper geschoben und gelassen im Gleichmass.
Von der Fremdreiterin gabs eine 8,0 so dass dann zum Schluss lediglich die
höhere Gewichtung des Freispringens den Schnitt knapp unter 8 zog. Mit einer
7,97 wurde Fannie 2. in einem Feld von 20 Nennungen und ich denke das hat sie
prima gemacht. Anmerken muss ich auch noch dass das nervöse Handtuch im Team
nicht Fannie war - der Titel ging einmal mehr wieder ganz klar an mich ...
Wir haben sie dann zufrieden ein letztes Mal verladen und nun geniesst sie bei
Alteposts in der Stutenherde ihren verdienten "Mutterschutz".
1. Februar 2007: heute morgen kurz nach sieben hat Fannie Mae ganz allein ein
gesundes Hengstfohlen von Sir Donnerhall zur Welt gebracht:
Sansibar ist da!
Mutter und Kind sind wohlauf und Fannie kümmert sich rührend um den kleinen Mann
- ich bin ganz stolz auf meine Fannie!
Bunter Vogel - das hast du prima gemacht!
8. Juni 2007: Fannie ist im dritten Anlauf nun endlich seit dem 19. Mai tragend
von Sir Donnerhall! Ich hatte mich schon damit abgefunden dass es im nächsten
Jahr keinen weiteren Sir geben wird und war darauf eingestellt Fannie nun doch
-ganz wie ursprünglich geplant- alsbald zu mir nach Münster zum reiten zu
holen damit ich meine "kleine Fidermark" endlich einmal selber so richtig
kennenlerne und in allen Disziplinen ausbilden kann - da hat sie wohl gerochen
dass Arbeit droht und sich ganz wie ihre grosse Schwester Fabrice im letzten
Jahr schleunigst darauf besonnen wie bequem doch so ein Zuchtstutendasein
eigentlich ist :-)
wollen wir hoffen dass sie dieses Fohlen auch behält denn Sansibar ist ein
grosser kleiner Mann und zehrt gewaltig an der Mama! Ich bin mehr als dankbar
für die Mühen meiner Stutenmutter Ingrid die Sansibar und Fannie seit Wochen
separat nach dem Weidegang aufstallt und beide mächtig zufüttert damit der
grosse kleine Mann die Mama nicht gänzlich auszehrt - das Konzept scheint von
Erfolg beschieden - danke, Ingrid!
11. April 2008: acht Tage vor der Zeit und wieder bringt Fannie heimlich und
leise ihr Fohlen ganz allein zur Welt:
Sawadee ist da!
8.8.2008 ... ein denkwürdiges Datum und manchmal sind Schnapszahlen wohl doch
auch Glückszahlen:
anlässlich einer kleinen Stallparty eröffnete Stutenfee Ingrid feierlich bei
einer Runde Sekt:
"lasst uns anstossen, wir haben einen Grund zu feiern! (erstaunte Gesichter
rundum)
Fannie ist tragend!"
Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet und es war auch schon alles
arrangiert für Fannie im Oktober nach Münster in den Stall zur weiteren
Ausbildung als Reitpferd umzuziehen.... aber wie hat es Beltain-Andrea noch
gestern so schön auf den Punkt gebracht - ?
"Pass mal auf! Die weiss jetzt dass Arbeit droht und es ernst wird, da wird sie
sicher in letzter Minute doch noch tragend sein!"
Wie schön!
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