Legolas *
4. April 2011

Lordanos Holst. *1993
Lissabon Oldbg. *1999
Reinette Oldbg *1994
Lissaro
Hann. *2005
Matcho AA *1978
Marquesa Hann. * 1985
Gracia Hann. *1980
Surumu xx *1974
Acatenango xx *1982
Aggravate xx *1966
Ionia xx *2000
Pentathlon xx *1965
Ipenta xx *1986
Immer Toller xx *1980
Mutterstamm:
Eigenleistung Ionia:
2003 - 2005 17 Flachrennen, darunter 1 Sieg und 4 Plätze
10. Mai 2006 - Stutenschau Ankum; Eintragung in das Hannoversche Hauptstutbuch
Eintragungsnoten u.a. Elastizität und Schub im Trab 8, Sattellage 8, Rahmen 8,
Vordergliedmassen 8.
der
vollständige Mutterstamm in graphischer Darstellung (Stamm der
Immertreu)
Iwanowitsch xx *1978, Ldb Celle, von Illix xx/Orsini xx a.d. Istanbul
Injektor xx *1984, Ldb Moritzburg/Trak., von Tiron xx a.d. Inka (Zweig der
Immenkönigin a.d. Immertreu)
Intervall xx *1974, Rhld./Trak., von Perseus xx a.d. Inka (Zweig der
Immenkönigin a.d. Immertreu)
Indian Lady *1985, Trak.von Perlenglanz (4 erfolgr. Sportnachk.) a.d.Ikone (7
erfolgr.Sportnachk) a.d.Inkunabel, S-Spr.gew. LGS 1999 € 32.400
Papillon 142 *2001, Westf. von Phantom a.d. Indian Lady (Züchter Georg Ahlmann),
intl. S-Spr. gewonnen (Christian Ahlmann), LGS 2009 € 11.505
Nachzucht:
2007 Stutfohlen von Brentano II - Balahé
2008 Stutfohlen von Brentano II - Brooklyn
2009 Hengstfohlen von Benetton Dream - Bogart
(vkft. in Hengstaufzucht)
2010 Hengstfohlen von Lissaro - Lorbaß (England)
Gedanken zur Hengstwahl: warum Lissaro
?
Mit einer Punktlandung hat das Igelchen heute ihr fünftes Fohlen zur Welt
gebracht - und es fällt mir schwer zu glauben daß dies tatsächlich schon ihr
fünftes Fohlen ist...
Als ich in den Stall kam war ich ganz und gar verblüfft:
Legolas lag noch als nasses Bündel hinter seiner Mutter im Stroh und was für ein
grosses Fohlen war das wieder - durch und durch die gleich Substanz die auch
Lorbaß, seinen Vollbruder, bereits zur Geburt auszeichnete. Der allerdings
flutschte seinerzeit recht zügig aus dem filigranen Igelchen heraus, Legolas
dagegen hat Mutters Kräfte doch gute zwanzig Minuten beansprucht. Kein Wunder,
daß Muttern zunächst recht erschöpft war. Das hinderte sie allerdings nicht
daran mir direkt entgegen zu kommen als ich in der Tür sass und sie der Äpfel
und Bananen gewahr wurde - sie mümmelte und schmatzte zufrieden vor sich hin,
daß es die helle Freude war und machte mich Grinsen:
das kannte ich bislang nur von Fabrice, die nach der Geburt alles stehn und
liegen lässt wenn irgendwo Bananen leuchten...
Schön daß das Igelchen in dieser Situation mittlerweile auch ein wenig
egoistischer wird - sie hat es sich wahrlich verdient!
Da sass ich nun und konnte mich an dem roten Füchschen im Stroh gar nicht satt
sehen.
Irgendwann versuchte er sich an den ersten Aufstehversuchen und Muttern
begrüsste das mit grummelndem Wiehern. Aber wie das so ist - die Jungs, und vor
allem wenn sie gleich so gross geraten daherkommen, tun sich einfach etwas
schwerer damit. Und na klar hab ich ihm gern dabei geholfen, Muttern
freundlich grummelnd daneben stehend, ein Dejá Vu der Szenerie vom letzten Jahr -
die schönsten Momente im Leben eines Pferdezüchters eben.
Er stand dann auch bald auf den Beinen, allerdings auf fünfen:
Mich hatte er als fünftes Stützbein auserkoren und da stand ich nun mit ihm.
Igelchen beguckte sich das eine Weile und man konnte hören was sie dachte:
"Regelt ihr beiden das Mal - ich bin dann wieder da wenn er endlich bis ans Euter kommt..."
Es zwickte und zwackte sie in der Tat, sie gab mitunter ungeduldige Laute von
sich die ich so auch nur von Fabrice kenne, die regelrecht wuschig wird wenn der
Nachwuchs nicht schnell genug den Druck von der Milch nimmt.
Legolas hupste dahin und stand mehr aus Versehen als gezielt gesucht und
gefunden auch ruckzuck an Mutters Seite.
Zeit, die beiden allein zu lassen, dachte ich.
Bautz, lag der rote Mann wieder im Stroh.
Nicht wirklich effizient.
Aber das musste er nun für sich sortieren und vollbringen, Fünfbeinstützen gibt es
nunmal nicht im Dauerabo.
Wir haben die beiden dann in Ruhe vom Video aus beobachtet und es dauerte nicht
lange, da hatte er sich allein aufgerappelt und zielstrebig den Weg an die Bar
gefunden - grösste Zufriedenheit bei allen Beteiligten!
Zwei
Tage später schien dann endlich die Sonne. Die ersten Eindrücke vom richtigen
Leben und den Bub auf der grossen Wiese die weite Welt für sich entdecken
lassen. So schön!
Zunächt ging es nur dicht um Muttern herum, irgendwann wurde er mutiger und
hupste auch schonmal etwas weiter davon. Dann kamen die ersten Bocksprünge und
plötzlich der dritte Gang im Durchmarsch - Lebensfreude pur!
Das rote Schnütchen schob sich wieder und wieder von hinten unter meinem Arm
hervor, und gewiss ist es mehr als nur eine zufällige Assoziation, dass ich
plötzlich an Brooklyn denken musste, Ionia's zweites
Stutfohlen. Und es dauerte nicht lange, da hatte auch dieses rote Schnütchen
mein Herz im Sturm erobert...
Legolas mag seinem Bruder Lorbaß in Rahmen und Substanz verblüffend gleichen -
den ihm eigenen Habitus aber teilt er ganz offensichtlich mit seiner
verstorbenen Schwester. Und wenn ich mir auch so sehr ein Stutfohlen gewünscht
hatte, so hat der "rote Lorbaß II" sich doch ruckzuck durch sein bezauberndes
Wesen zu meinem ganz individuellen Liebling gemausert - es sind eben doch immer
wieder die Igelkinder, die mich Jahr für Jahr ganz und gar auf den Kopf
stellen...
22. Mai 2011 "Familienbande"

Weil
Belle K nicht allein aufwachsen soll sind Legolas und das Igelchen diese
Woche bei Familie Karsten eingezogen. Alsbald wird die komplette Igelfamilie
dann einen kurzen Marsch auf die gegenüberliegende Sommerweide an der Aa
unternehmen, um dort im Schatten der Bäume in dem beschaulichen Flusstal den
Sommer zu verbringen.
Mutter, Tochter, Sohn und Enkel - die gesamte kleine Grossfamilie in einer
überschaubaren Herde, das bietet Gelegenheit zu Familienstudien, wie man sie
sonst wohl nur ganz selten so zu sehen bekommt!
Und während das Igelchen in dieser neuen Konstellation sozusagen "naturgegeben"
ihr Geburtsrecht als Clanvorsitzende sofort inne hatte ist es meist ihre Enkelin
Belle K, die bevorzugt spielerische Attacken auf Legolas, den kleinen Gangster
(O-Ton Andrea), reitet. Eine grosses Vergnügen, diese beiden miteinander toben
zu sehen - und ganz nebenbei hat man eben Gelegenheit Vererbungs-tendenzen und
Vollbluteinfluss in seiner individuellsten Ausprägung der nächsten Generationen
zu erkennen und unterscheiden. Das Kapitel "Vollblut in der Warmblutzucht" lässt
sich ganz sicher kaum aufschlussreicher und lebendiger erleben!
Familienbande: Belle K (oben) und "Onkel" Legolas" (unten)
Bei
ihrer Ankunft in der neuen Umgebung hatten wir dann alle Gelegenheit,
"Grossmutter" Ionia einmal von ihrer beeindruckendsten Seite zu erleben. Um es
mit Andrea's Worten zu sagen:
"Da sieht man aber wohl warum die zur Eintragung mit lauter "Achten" bedacht
worden ist!"
Sie nahm mir die Worte aus dem Mund - das Igelchen schnurrte in ihrer
bevorzugten Gangart im Trabe über die Wiese und dabei lässt sie manch ein
durchgezogenes Warmblut eben durchaus mal etwas verblassen ...
Einfach beeindruckend ist auch die Entwicklung von Balahé, ihrer Tochter. Es
heisst nicht umsonst dass Trächtigkeit einer Stute gut tut. Die einst etwas
"min" anmutende Balahé hat sich zu einem kapitalen Pferdchen entwickelt, der man
Mutters Vollbluteinfluss eigentlich nur noch an dem filigranen Fahrwerk ansieht.
Richtig spannend wird es dann in der nächsten Generation:
Belle K wirkte vom ersten Tag an edel und hochgeschossen, Attribute, die man nicht
unbedingt vermutet hätte, wenn man an den kapitalen Mutterstamm und Bluteinfluss
ihres Vaters denkt. Und doch verkörpert sie wohl das lebende Beispiel vom
vielbeschworen Vollbluteinfluss, der erst in der übernächsten Generation so
richtig zum tragen kommt. Im Vergleich zu seiner Nichte wirkt Legolas beinahe
schon propper, der Einfluss der altbewährten hannoverschen Blutführung seines
Vaters eben, und das Spiegelbild seines Vollbruders Lorbaß im letzten Jahr, der
in seinen ersten Monaten ebenso zum scheinbar vollblutfreien propperen
Hengstfohlen mutierte. Und ich weiss noch zu gut, wie sehr Lorbaß, und auch sein
Bruder Bogart (der die identische "Metamorphose" durchlaufen hat) mich im
Verlauf des Sommers überrascht haben, als sie ein paar Monate später dann plötzlich
zu drahtigen Athleten mutierten, und aus der Ferne von der feingliederigen
Silouhette ihrer Mutter kaum zu unterscheiden waren. Das wird mit Legolas nicht
anders sein und ich bin gespannt diese Entwicklung im Laufe des Sommers
verfolgen zu können.
Derweil kabbeln Legolas und Belle K vergnügt auf Karstens Hausweide herum und
bringen Andrea mitunter zur Verzweiflung. Immer dann nämlich, wenn Legolas, ganz
in der Tradition seiner Brüder zuvor, in seinem unerschütterlichen Interieur ins
Bummeln gerät und es dabei nachdenklich verträumt schlicht verpasst, dass
Muttern des Abends schon längst wieder in ihrer Box steht und frisst - Hektik
und Eile liegen Legolas so fern wie die Glocke zum Start vom Ziel...

6.Juni 2011
Milchdieb!
Amüsiert entrüstet stand Andrea heute abend im Stall vor mir, die Arme
in die Hüften gestemmt schimpfte sie laut drauflos:
"Dein Legolas ist ein Milchdieb!"
Ganz und gar verwirrt hab ich sie angesehen, sie konnte sich das Lachen
kaum verkneifen ...
Legolas, der ohnehin schon über mehr Rufnamen
verfügt als jedes andere Fohlen zuvor ("der rote Lorbaß",
Herzensbrecher, Gangster -letzteres na' klar von Andrea- und Prinz
Charming) sollte sich nun also auch noch das Attribut "Milchdieb"
verdient haben?
Wie das?
Und Andrea erzählt:
Immer dann, wenn das Igelchen und Tochter Balahé sich zum verdienten
Mittagsschlummer vor dem Stall im Schatten einfinden, ist Legolas'
diebische Zeit gekommen. Grad stand er noch bei Muttern am Euter und hat
sich das Bäuchlein voll gemacht, im nächsten Moment lugt er schon
verwegen um Muttern herum und nimmt Kurs auf die halbschlafende Balahé
nebendran. Und eh man sich versieht hat er auch schon bei der grossen
Schwester angedockt und macht sich auch dort über die Milchbar her -
könnte ja ein anderer Geschmack sein, den man dringend antesten muss...?
Und Balahé, die sanftmütige Seele, lässt es geduldig geschehen. Mag sein
sie nimmt es gar nicht wahr, dass da ein anderes Kind an fremden Eutern
saugt - mag sein es stört sie auch gar nicht solange für alle genug da
ist...
Ich hab herzlich gelacht ob dieses kecken Milchdiebstahls und irgendwie
wächst Legolas mir mit jeder kleinen Anekdote mehr ans Herz - der Bub
hat einfach Geist, und Charme sowieso. Und letzterem scheint selbst die
grosse Schwester gelassen zu erliegen.
genau hingucken: im Vordergrund trinkt Tochter Belle K, auf der anderen Seite
trinkt Legolas, man sieht seinen Kopf unterm Euter...

Milchdiebstahl ist eine ganz und gar erschöpfende Angelegenheit, wie dieser
verlegen-kecke Blick aufs trefflichste zeigt...
11. Juni 2011
Legolas ist verkauft und wird im Herbst seinen Weg in die
Hengstaufzucht antreten!
Und wieder erfüllt es mich mit Stolz und Freude zu sehen, daß der Mut zum Blut
eben doch Anerkennung findet - nach Bogart ist es nun
der zweite Sohn meiner Vollblutstute Ionia, der diesen
Weg gehen wird, und ganz und gar zu recht:
Legolas hat es wahrlich verdient!
27. Oktober 2011
Heute morgen hat
Legolas die Reise in seine neue
Heimat 'gen Osten angetreten und ist wohlbehalten angekommen. Derweil kämpft er
bereits guter Dinge den Kampf um den Herdenchef in seiner Gruppe von
Aufzuchtgefährten aus und wie ich meinen Legolas kenne bin ich nicht abgeneigt,
hier einen Zehner auf Sieg zu setzen :-)
Liebe Familie Schöning, alles Gute Ihnen und ihren "Jungs" für die kommenden
Zeit - auf dass wir uns nicht erst in Verden bald einmal wiedersehen!
Legolas' Photoalbum
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